Paradigmenwechsel im Sozialbereich

Auf Initiative von Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer wurde am 19. September 2016 in der Oö. Landesregierung der Auftrag für das Projekt Sozialressort 2021+ gegeben. Ziel des Projektes war eine umfassende Evaluierung des Leistungsspektrums im Sozialressort, mit dem Fokus auf eine bedarfsorientierte Angebotsentwicklung bis zum Jahr 2021 und darüber hinaus.

Das Projekt Sozialressort 2021+ wurde nun abgeschlossen. Der Abschlussbericht des Projektes wurde nach drei intensiven Sitzungsterminen mit umfassender Möglichkeit zur Diskussion von den politischen Entscheidungsträger/innen zur Kenntnis genommen. Die Projektergebnisse bilden eine inhaltliche Richtschnur für die Sozialpolitik des Landes Oberösterreich, weit über das Jahr 2021 hinaus und sind geeignet, um in wesentlichen Leistungsbereichen, wie der Altenbetreuung- und Pflege, einen nachhaltigen Paradigmenwechsel herbeizuführen.

Die Projektergebnisse zeigen, dass es durch eine verstärkte Ausdifferenzierung des Leistungsangebotes vielfach möglich ist, kostendämpfende Effekte zu erreichen UND den Bedürfnissen der Leistungsbezieher/innen besser zu entsprechen als dies bisher der Fall war. Damit können – trotz verengter budgetärer Spielräume – mehr Menschen mit einem bedarfsgerechteren Angebot erreicht werden.

Detailinformationen
Pressekonferenzunterlage zum Projektabschluss Sozialressort 2021+
Maßnahmenbericht der Sozialabteilung

Studie der Wirtschaftsuniversität Wien zum OÖ. Sozialbereich

Ein wesentlicher Bestandteil des Projektes Sozialressort 2021+ war eine Durchleuchtung des Sozialbereichs durch externe Expert/innen. Die Forscher/innen und Wirtschaftsprüfer/innen bezeugen dem Land Oberösterreich ein gut ausgebautes Sozialsystem. Schon jetzt seien viele Leistungen gut auf die Bedürfnisse der Kund/innen abgestimmt. Ohne Qualitätsverlust können keine wesentlichen Einsparungspotentiale gehoben werden. Eine Weiterentwicklung sei allerdings durch mehr Wirkungsorientierung und eine umfassende Verwaltungsreform möglich.

Download Endpräsentation Studie WU-Wien

Landesrätin Birgit Gerstorfer informiert

Sozialer Zusammenhalt in Oberösterreich

DER MENSCH ZÄHLT  

 

"Wir setzen Zeichen für die Zukunft" - unter diesem Titel wollen wir Ihnen unsere Arbeit und die Zielsetzungen des Projektes Sozialressort 2021+ näherbringen.

Seit Juli 2016 bin ich nun Ihre Landesrätin für Soziales und Gemeinden. Meine Devise lautet: Ich stehe für eine Politik, die Mut macht. Sozialer Zusammenhalt und gleiche Chancen für alle OberösterreicherInnen.

Als Sozial-Landesrätin bin ich für viele Menschen da. Von den Kleinsten etwa durch die Eltern-Kind-Beratung, den Angeboten in der Kinder- und Jugendhilfe bis hin zu den OberösterreicherInnen in der Altenbetreuung- und pflege. Das Sozialressort hilft, Armut und soziale Notlagen zu überweinden. Oft gelingt es uns, dass soziale Problemlagen gar nicht erst entstehen.

Sehr vieles konnten wir bisher schon erreichen. So wurden 88.900 Beratungsgespräche mit BürgerInnen zu sozialen Fragen geführt, Seniorenheime renoviert und hunderte Menschen vor der Odbachlosigkeit bewahrt. Das ist gut. Aber es gibt noch mehr zu tun: etwa das Ende des Sparkurses herbeizuführen, die Pflege aufzuwerten oder Beeinträchtigten rascher zu helfen.

Dafür - und für Sie alle setze ich mich ein! Denn ich glaube an das soziale Miteinander in Oberösterreich. Gemeinsam schaffen wir es!

Birgit Gerstorfer

 

Weitere Informationen: Informationsbroschüre "Wir setzen Zeichen für die Zukunft" (PDF)

 

 

Der Mensch zählt

Durch das Projekt Sozialressort 2021+ soll die sich öffnende Schere zwischen steigenden Bedarfen und sich nicht weiter entwickelbaren Leistungsangeboten im Sozial-Ressort sukzessive geschlossen werden. Mit den prognostizierbar vorhandenen Budgetmitteln sollen mittelfristig mehr Menschen mit relevanten Bedürfnissen Leistungen erhalten können. Dazu ist eine intensive Auseinandersetzung mit den Angeboten des Sozial-Ressorts notwendig. Das Ziel besteht darin, das hochwertige System in seiner bestehenden Qualität weiterhin garantieren und die Leistungen entsprechend den Bedarfen für mehr Klient/innen anbieten zu können.

Ausgangslage und Rahmenbedingungen

Das Sozialressort des Landes Oberösterreich hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten einen massiven Ausbau des Leistungsspektrums umgesetzt. Oberösterreich verfügt über ein quantitativ und qualitativ besonders hoch entwickeltes Angebot für viele Leistungsbezieher/innen. Der Ausbau dieses Angebots erfolgte stets auf breiter politischer Basis.Die demografische Entwicklung (Stichwort: alternde Bevölkerung), der bedarfsorientierte Ausbau der Vergangenheit, die verengten budgetären Spielräume seit Beginn der Wirtschaftskrise 2008 und die gesellschaftspolitischen Effekte dieser Krise (Arbeitslosigkeit, psychosoziale Erkrankungen,...) haben dazu geführt, dass einige Leistungsteile des Sozialressorts zum aktuellen Zeitpunkt finanziell nicht ausreichend dotiert sind.

Die Finanzierung in Einzelbereichen erfolgt derzeit durch Vorgriffe auf nachfolgende Budgets, was mittelfristig nicht mehr stattfinden soll. In Reaktion auf die schon in den letzten Jahren sichtbar gewordenen engeren Budgets wurden seit 2009 diverse Konsolidierungsmaßnahmen gesetzt und zuletzt 2015 Schritte vereinbart, welche sich auf eine Einsparung von 25 Mio. Euro pro Jahr ab 2019 summieren werden.

Diese Maßnahmen werden mittelfristig zu einer merklichen Dämpfung des Anstiegs des Sozialbudgets führen. Da allerdings die derzeit geltenden Budgetzusagen lediglich einen geringen Ausbau von dringend notwendigen Angeboten in den Bereichen Leistungen für Menschen mit Beeinträchtigung, Altenpflege und Sozialhilfe ermöglichen, bedarf es Überlegungen für die strategische Orientierung des Sozialressorts.

 

Ablauf und Ziele

Bis zum voraussichtlichen Projektende im Herbst 2017 werden im Projekt Sozialressort 2021+ strategischen Zielvorgaben für eine bedarfsorientierte Weiterentwicklung der Angebote des Sozialressorts innerhalb der budgetären Rahmenbedingungen entwickelt. Dafür werden die Angebote und Leistungen des Sozialressorts in einer ersten Projektphase evaluiert. Aufbauend auf diese Analysephase werden Handlungsfelder zur Steigerung der Effizienz und Effektivität identifiziert, wobei insbesondere die strategischen Zielsetzungen, Steuerungsgrößen und Steuerungsabläufe hinterfragt werden. Die erarbeiteten Handlungsfelder und Maßnahmen werden anhand eines standardisierten Bewertungsrasters für die politische Entscheidungsfindung aufbereitet.

 

Organisation